Sensorische Integration

Was ist Sensorische Integrationstherapie (SI)?

Die Sensorische Integrationstherapie (SI) ist ein Therapie-Konzept auf neuro-physiologischer und neuropsychologischer Grundlage. Die SI wurde von Frau Jean Ayres (USA) entwickelt und findet Ihre Anwendung u.a. in der Krankengymnastik bei Kindern mit Störungen der Wahr- nehmungsverarbeitung. Die Grundlage der therapeutischen Maßnahmen in der SI basiert auf den Erfahrungen Jean Ayres aus Ihrem Ergotherapie- und Psychologiestudium. In der Arbeit mit Kindern gehört die Anwendung der SI beginnend mit dem Säuglingsalter zu einem wesentlichen Bestandteil der Kinderphysiotherapie.

Sensorische Integrationstherapie ist eine zertifizierte, physiotherapeutische Zusatzausbildung, die vom Kinderarzt ergänzend zu der neurophysiologischen Therapie nach Bobath verordnet werden kann. SI kann aber nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Wen behandelt der „SI-Therapeut“?

Der SI-Therapeut behandelt sowohl Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche. Eine differenzierte, von der Altersstruktur her unabhängige Diagnose, welche vom Arzt gestellt werden muss ist auch hier erforderlich. Die Verordnung erfolgt dann aber auf der Grundlage der Kinder-Bobath-Therapie. Die SI ist im physiotherapeutischen Behandlungskonzept als Einheit mit der Kinder-Bobath Therapie am sinnvollsten. Die SI findet Ihre Anwendung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern motorischer Unruhe, vestibulären oder taktil-propriozeptiven Über-/ oder Unterempfindlichkeiten. Auch funktionell bedingte Muskeltonusstörungen, die als Folge der vorliegenden Wahrnehmungsdefizite anzusehen sind werden mit der SI behandelt, welche wiederum Auswirkungen auf die gesamte Körperhaltung haben. In der Unterscheidung zu den ergotherapeutischen SI-Patienten, ist die SI in der Physiotherapie auf die Behandlung der motorisch-sensorischen Funktionsstörung ausgelegt.

Ziele der Sensorischen Integrationstherapie

Die SI versucht Kinder mit verschiedenen sensomotorischen Defiziten zu behandeln. Die in der Therapie angewandten Maßnahmen fördern die sog. Sensorische Integration der Sinnes-wahrnehmung. Hierzu gehören z.B. Tastsinn, Berührungssinn, Gleichgewichtssinn, visuelles System, um nur einige zu nennen. Das Kind erfährt dabei die größtmögliche Unterstützung die Umsetzung der Wahrnehmungsreize erfolgreich zu verarbeiten. Der SI-Therapeut hilft dem Kind sozusagen die Wahrnehmung aufzunehmen, sie weiter zum Gehirn zu leiten und diese dort möglichst effektiv zu sortieren und abzuspeichern. Das Kind wird in Bezug auf alle sensomotorische Regelkreise untersucht und der Therapeut entwickelt unter Einbeziehung der Mutter eine speziell auf das Kind abgestimmte Behandlung. Das Erreichen einer Verbesserung der gestörten neurophysiologischen Funktion ist genauso von Bedeutung wie die Integration aller Sinnesfunktionen die dem Gehirn in seiner Plastizität zur Verfügung stehen.

Beeinflussende Faktoren

Die Sensorische Therapie ist am effektivsten, wenn nicht nur ein Wahrnehmungssystem beteiligt ist, sondern mehrere. Zudem sollte das Kind Interesse habe und die Kognition soll mitbeteiligt sein. All diese, aktiven Faktoren begünstigen einen positiven Behandlungsverlauf, der nicht durch passive Wahrnehmung oder bloße sensomotorische-perzeptive Übungsprogramme erreicht werden kann. Das therapeutische Angebot an inneren und äußeren Wahrnehmungsreizen ist vergleichbar mit „Futter für das Nervensystem“. Die „Verwertung“ bzw. Verarbeitung dieser Reize erfolgt in sog. Regelkreisen, die das Fundament der SI darstellen.

Wann behandelt man?

Wie früh beginnt man? Die SI kommt vom ersten Tag des Lebens an zur Anwendung. Dabei bedingt die sich entwickelnde Reifung des Nervensystems v.a. im ersten Lebensjahr einen möglichst frühen Therapiebeginn, um die Effektivität der Plastizität so gut es geht auszunutzen. Wenn es dem Kind ermöglicht werden soll, durch die therapeutischen Maßnahmen aufgrund einer nun funktionierenden Sinnesreiz-Verarbeitung, sich und seine Umwelt besser wahrzunehmen, so ist der Therapiebeginn so früh wie möglich zu wählen.

Einsatz des SI in unserer Praxis „Therapie für Kinder“

In unserer Praxis wird die Sensorische Integration auf verschiedene Weise eingesetzt. Wir behandeln Kinder aller Altersstufen - v.a. Säuglinge und Kleinkinder - nach Bobath. Die Therapie wird nach Absprache mit den Eltern so an die häusliche Umgebung angepasst, dass den Eltern ein genau auf Ihr Kind zugeschnittenes Übungsprogramm mitgegeben wird. Dabei werden die Eltern Co-Therapeuten, die von den auf SI spezialisierten Physiotherapeuten immer wieder angeleitet werden. Die SI wird v.a. in Kombination mit der Bobath-Therapie zum Einsatz gebracht.

Sollten Sie noch Fragen zu dieser Therapie haben, dann wenden Sie sich bitte an Ihren Therapeuten.